Vor der Reformation zu Beginn des 16. Jahrhunderts gehörten die Rebberge am Bielersee vor allem dem Klerus. Die Klöster Fraubrunnen und Münchenbuchsee spielten dabei eine grosse Rolle. Nach der Reformation wurden diese Besitztümer säkularisiert, das heisst in Staatsbesitz überführt. In dieser Zeit gab es noch keine Strasse entlang des Bielerseeufers. Der Wein wurde mit Schiffen befördert.Im 17. Jahrhundert wurden am Bielersee die stattlichen Patrizierhäuser errichtet. Das Haus, welches heute der Familie Engel gehört, war damals im Besitz der Familie Steiger.
Im sogenannten Rittersaal zeugt das Wappen der Steigers, der schwarze Steinbock auf weissem Grund, heute noch davon.
Mit der Französischen Revolution ging die Zeit der reichen Patrizierfamilien von Bern zu Ende. Napoleon nahm Bern 1797 ein. Die reichen Familien mussten nach dem Krieg und in der Rolle der Verlierer den Franzosen hohe Kontributionen abliefern. Das führte dazu, dass die grossen Häuser zu teuer wurden und verkauft wurden.
Rudolf von Aebischer kaufte um 1800 das Haus der Steigers und blieb bis heute eigentlicher Namensstifter, denn das Haus wird auch Aebischerhaus genannt. 1816 kaufte Jakob Engel das Aebischerhaus und bis heute blieb es im Besitz der Familie Engel. Die Familie Engel stammte ursprünglich aus dem Thurgau, wanderte im Mittelalter an den Bielersee aus und betrieb die sogenannte Brunnmühle zwischen Twann und Ligerz. Diese Liegenschaft gehörte bis 1880 ebenfalls der Familie Engel. Noch heute ist die Familie Engel auch Burger von Ligerz, da die Brunnmühle auf Ligerzer Boden steht.
   
Jakob Engel kann als Gründer des Weingutes Engel bezeichnet werden. Karl Jakob Engel, Enkel des Gründers, war zwischen 1880 und 1883 sogar Nationalrat. Seinem Sohn, Karl Engel, gebührt ein grosser Verdienst, denn er machte den Twanner Wein in der ganzen Ost- und Zentralschweiz bekannt.
1953 zerstörte ein Brand einen Teil des dreistöckigen Hauses, welches anschliessend zum Teil nur noch zweistöckig wiederaufgebaut wurde. Das Haus hat eine bewegte Geschichte hinter sich und die Tradition ist allgegenwärtig.Heute führt Werner Konrad Engel in sechster Generation den Betrieb.
   
Trotz des langen geschichtlichen Hintergrundes blickt das Weingut Engel nicht nur zurück, sondern auch in die Zukunft. Mit grossen Investitionen wurde 1991 mit Beginn der Betriebsübernahme durch Werner Konrad Engel der Weinkeller komplett modernisiert, um mit der Weinqualität den Ansprüchen der Konsumenten von heute gerecht zu werden. Das Weingut ist heute eine Aktiengesellschaft im Besitz der Famile Engel.